Der Arbeitskreis Analog – Digital Schnittstelle in der Zahntechnik und der Zahnmedizin trifft sich regelmäßig, um Ressourcen zu sparen auch durchaus via Online-Konferenzen, um die Themen, die sich aus der Schnittstellenproblematik zwischen analogen und digitalen, aber auch digital- digitalen Schnittstellen ergeben. Es sollen Lösungen erarbeitet werden, die schlussendlich Dentallaboren und Zahnarztpraxen zur Verfügung gestellt werden. Der Arbeitskreis setzt sich aus Fachleuten und Experten aus dem Dentallabor, der dentalen Industrie und universitärer Strukturen zusammen.

  1. Wie können Präzision und Standard im analogen und digitalen Fertigungsprozess definiert werden? Einig sind sich die Teilnehmer, das Präzision nicht mit Qualität gleichzusetzen ist, vielmehr ist Präzision ein Teilaspekt von Qualität. Vielmehr gilt es herauszufinden, ob die in der analogen Zahntechnik festgelegten Präzision- und Qualitätskriterien auch für digitale Werkstücke und Prozesse heranzuziehen sind oder ob hier andere Kriterien für einen goldenen Standard definiert werden müssen.
  2. Wie viel analoges Wissen eines Zahntechnikers ist erforderlich, damit erfolgreich digitale Technologien eingesetzt werden können? Hier gehen die Meinungen der Fachleute stark auseinander. Auch wird das derzeitige Ausbildungssystem diskutiert, welches die erforderlichen Qualifikationen in Bezug digital nur bedingt berücksichtigt. Insbesondere scheint es erforderlich, anatomisches und funktionelles Wissen zu haben, um digitale Konstruktionen auch umsetzen zu können.
  3. Einigkeit herrscht darüber, dass eine digitale Fertigung wesentlich zu einer wirtschaftlichen und strategischen Weiterentwicklung des Dentallabors beitragen kann. Es ist jedoch noch nicht klar und kann auch aus der einschlägigen Fachliteratur kaum abgleitet werden, wie die Wirtschaftlichkeit bei den komplexen Möglichkeiten digitaler Herstellungsprozesse auch tatsächlich genutzt werden können. Entsprechende wirtschaftliche Untersuchung sind auf diesem Gebiet dringend erforderlich, um den Dentallaboren Richtwerte und Entscheidungssicherheit bieten zu können.
  4. Eine wesentliche Fragestellung ist, wie offen und durchgängig digitale Systeme sind und sich dadurch in den üblichen Arbeitsablauf und Arbeitsalltag integrieren lassen. Die Anwesenden sind sich einig, dass damit nicht gemeint sein kann, ob ein Anbieter ein offenes oder geschlossenes System anbietet – dies wird der Markt regeln. Vielmehr sollte überprüft werden, ob der gesamte Herstellungsprozess durch digitale Technologien effizient und „offen“ unterstützt wird, wobei offen hier so zu verstehen ist, dass unterschiedliche System wie Planungssoftware, basierend auf Röntgendaten, oder digitale Bewegungsanalysen der Unterkieferdynamik auch problemlos die weiteren Schritte im Herstellungsprozess unterstützen. Auch wird im Arbeitskreis festgehalten, dass die reine digitale Umsetzung eines bisher analog erfolgten Arbeitsschrittes nicht automatisch als wesentlicher Fortschritt im Herstellungsprozess eines zahntechnischen Werkstückes gelten darf – als Beispiel wird die digitale Registrierung der Kieferrelation genannt.
  5. Der Prozess der Herstellung eines zahntechnischen Werkstückes ist aufgrund der Vielfalt der digitalen Möglichkeiten, welche zusätzlich durch die große Anzahl neuer Materialien immer komplexer werden, in der Praxis und im Dentallabor nur mehr schwer zu überblicken. Eine geeignete Darstellung in Form von Flow Charts ist hier für die Praxis, sowohl zahnärztlich als auch zahntechnisch, hilfreich. Diese werden im Rahmen des Arbeitskreises erstellt und sollen in Zukunft dem Dentallabor zur Verfügung gestellt werden.
  6. Die Teilnehmer sind sich einig, dass die digitale Fertigung freie Kapazitäten im Dentallabor schaffen (kann). Fraglich ist, wie diese freien Kapazitäten zu nutzen sind.

Bedeutende Planung – Einfluss strategischer Faktoren auf den wirtschaftlichen Erfolg des Dentallabors

Worauf gründet sich der Erfolg eines Dentallabors und ist dieser Erfolg messbar? Welche Faktoren sind es, die den Erfolg bestimmen – die handwerklichen Fähigkeiten oder die betriebswirtschaftlichen?

Die Autoren gehen in diesem Beitrag auf mögliche Erfolgsfaktoren ein und ziehen Schlüsse, wie sich ein Dentallabor in Zukunft aufstellen sollte.

Ein Beitrag von Sebastian Ludwig, Rüdiger Ludwig und Gregor Slavicek,
alle Stuttgart/Deutschland

Erschienen im dental dialogue 18. JAHRGANG – 5/17 pp.28-45

Bedeutende Planung_Strategie im Dentallabor dd5_17